Graubünden

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Graubünden

Graubünden – ein Heimspiel für Pinot Noir und Chardonnay.

Graubünden und St. Gallen bilden zusammen den östlichsten Teil des Schweizer Weinbaugebietes. Die bekannteste Anbauregion im Kanton Graubünden ist das Churer Rheintal mit dem Herzstück der Bündner Herrschaft. Das Misox südlich des San Bernardino um Roveredo wird weinbautechnisch und statistisch zum Tessin gezählt. Die Bündner Herrschaft umfasst die Gemeinden Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans. Südlicher im Churer Rheintal liegen die Rebberge zwischen Igis-Landquart und Reichenau.


Die Anbaufläche in Graubünden verblieb seit den 1950er Jahren stabil bei knapp 200 ha. In den Jahren ab 1970 begann sie deutlich zu wachsen und beträgt heute 423 ha (Stand 2023) – das sind knapp 3% der gesamtschweizerischen Anbaufläche.

Klima und Böden

Im Laufe von Jahrtausenden haben Bergbäche Geschiebe und Humus ins Tal geschwemmt. So sind am Fusse des Fläscher Berges, des Falknis-Massivs, des Hochwangs und der Calanda-Kette Schuttkegel entstanden. Der leicht verwitternde kalkhaltige Bündner Schiefer im Boden sowie die moderate Neigung der Hänge bieten sehr günstige Voraussetzungen für das Gedeihen der Reben.


Das Anbaugebiet liegt auf einer Höhe von 500-600 m.ü.M. Bezüglich Temperatur, Sonnenschein und Niederschlag ist Nordbünden vergleichbar mit dem schweizerischen Mittelland. Nebel und Hagel sind zum Glück selten – hingegen kann der Frost zuweilen Anlass zu Sorge sein.

Die Nord-Süd Ausrichtung des Churer Rheintales schützt die Rebberge vor Westwind und Bise. Gleichzeitig begünstigt sie den Einfluss des Föhns (auch „Traubenkocher“ oder „Oechslemotor“ genannt), der den Trauben zur optimalen Reife verhilft.

Weinreben Weingut Gantenbein
Weinreben Weingut Gantenbein

Rebsorten

Bis in die 1970er Jahre waren 95% der Rebfläche mit roten Sorten bestockt, 92% machte alleine der Blauburgunder (Pinot Noir) aus. Die Anteile der Spezialitäten bei den weissen Sorten betrugen lediglich Bruchteile eines Prozentes.


Mit der allgemeinen Weiterentwicklung der Qualität der Weine sowie des Marktbedürfnisses wurde der amtlich zugelassene Sortenspiegel erweitert. Im Jahr 2023 sind 79% der Rebfläche mit roten Sorten bestockt. Noch immer ist der Blauburgunder die Hauptsorte, daneben spielen Merlot, Cabernet Sauvignon und Garanoir eine Rolle. 21% der Rebfläche entfallen auf weisse Sorten. Dabei sind Müller-Thurgau, Pinot Gris, Chardonnay, Pinot Blanc, Sauvignon Blanc sowie der Completer die wichtigsten Vertreter.


Eine Spezialität und zugleich eine Rarität ist der Completer, eine autochthone weisse Rebsorte. Sie wird auch Malanserrebe genannt und wurde erstmals 1321 in Malans erwähnt. Der Name Completer leitet sich vom „Completorium“ ab, dem abendlichen Gebet, nach welchem die Benediktiner Mönche in Chur den Wein als Stärkung genossen. Die Sorte ist anfällg auf Einflüsse des Klimas und nicht besonders ertragreich. Der Completer ist ein gehaltvoller, aromatischer und säurebetonter Wein, der mindestens 5 Jahre gelagert werden sollte, um eine optimale Genussreife zu erlangen.

Weinreben von Schifferli Wein
Weinreben von Schifferli Wein

Weinstil

Bis in die 1970er Jahre wurde rund die Hälfte der Ernte an Weinhandelsbetriebe verkauft (entweder als Trauben oder als trüber Jungwein). Die damals produzierten Rotweine waren gehaltvoll, fruchtig und leicht trinkbar – Beerliwein genannt.

In den 1970er Jahren begann eine Entwicklung im Rebbau und in der Kelterung der Weine mit dem Ziel, die Qualität der Weine zu steigern und die Typizität des Terroirs in den Weinen abzubilden. In diese Zeit fallen auch erste Versuche mit der damals noch nicht zugelassenen Sorte Chardonnay, die Bepflanzung mit Burgunder Klonen bis hin zum Ausbau der Weine in Barriques.


Die Inspiration für diese Entwicklung war zweifelsohne das Burgund, dessen berühmte Weine eine grosse Strahlkraft auf Weinliebhaberinnen und -liebhaber ausüben. Das Ziel der innovativen Weinbäuerinnen und -bauern in Graubünden war und ist aber nicht, die Burgunder Weine zu kopieren, sondern deren hohe Qualität zu erreichen. Der Charakter der Weinbauregion Graubünden soll die Weine nach wie vor prägen.

Weinkeller vom Weingut Möhr-Niggli
Weinkeller vom Weingut Möhr-Niggli

Aktuell wächst die Gruppe der sehr ambitionierten Weingüter kontinuierlich. Während bei Pionier-Weingütern bereits der Generationenwechsel vollzogen oder im Gange ist, kommen laufend junge Winzer dazu.


Wichtige Vertreter des Bündner Weinbaus sind zum Beispiel:

Daniel & Martha Gantenbein, deren Weinflaschen durch die Gestaltung von Etikette und Kapsel einen hohen Wiedererkennungswert erreichen. Ihre raren Spitzenweine sind deshalb auch im Ausland sehr begehrt.


Thomas Studach, so grossartig diese Weine sind, so klein ist die Produktion – sie beträgt im Schnitt nur gerade 13‘000 Flaschen.


Möhr-Niggli, ein Weingut, das kompromisslos nach höchster Qualität strebt und seine Bemühungen immer mehr von Erfolg gekrönt sieht. Das Weingut bewirtschaftet auch Reblagen im Kanton Baselland.


Weingut Wegelin, das unter neuer Führung die Klasse der Weine weiter pflegt und durch die Lancierung von Lagenweinen das Terroir noch besser in den Weinen abbildet.


Weinbau Von Tscharner, ein Urgestein von Weingut auf Schloss Reichenau, wo Vater und Sohn mit grosser Überzeugung und Leidenschaft Weine erschaffen, deren Charakter und Grösse zu entdecken grosse Freude macht!


Fröhlich und Hörler sind die aktuellen Shooting Stars des Bündner Weinbaus. Silas Hörler zeigt mit den Weinen aus sehr wenig eigenem Rebland schon nach kürzester Zeit, was er in in seiner Ausbildung und den Auslandserfahrungen gelernt hat.

Sven Fröhlich produziert aus den Trauben in drei Gemeinden der Bündner Herrschaft eine Pinot Noir Assemblage, die höchste Anerkennung findet.

Die Weine der beiden Weingüter sind schon heute sehr begehrt!


Weitere nennenswerte Weingüter sind das Weingut der Familie Hansruedi Adank, Georg Schlegel (Weingut zur Alten Post), Schifferli Wein und Sprecher von Bernegg.