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Gerstl Weinselektionen
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Aldo Conterno, Bussia Cicala

Ein fordernder Wein - zum Einlagern.

Aldo Conterno, Bussia Cicala
Rotwein · Italien · Piemont · Langhe · Barolo
Aldo Conterno
2016
Bussia Cicala, Barolo DOCG
CHF 120.00
  • Italien
  • Nebbiolo
  • 2030 bis 2050
  • 16 - 18°C
  • 14.0 %
  • 75cl (CT-6)
  • ITA.252288.2016
  • Enthält Sulfite
  • ab Lager

Bewertung

  • Robert Parker
    96
    |
    100
  • James Suckling
    98
    |
    100
  • Lobenberg
    100
    |
    100

Infos zum Wein

Degustationsnotiz

Lobenberg: In der Lage Cicala gibt es wesentlich mehr blauen Lehm, Kalkstein und Eisen als in der Lage Colonnello oder als im Bussia. Der Wein kommt zwar wie der Colonnello vom gleichen Bussia-Weinberg, aber hier geht es ganz klar in die Richtung zum Maskulinen und Kraftvollen. Auch hier liegt der Ertrag bei nur gut 10 Hektoliter pro Hektar, die gleiche extrem frühe Reife, also vollständiger Erhalt der Säure bei früher Lese bzw. höchste Komplexität bei längerer Vegetationsperiode, letztlich also immer eine sehr hohe Reife. Die Gesamtproduktion aus 3 Hektar beträgt nur winzige 5.000 Flaschen. Auch hier gibt es 4 grüne Lesen neben der schon extremen Ertragsreduktion durch die Biodynamik. 
Cicala ist neben dem Romirasco immer die druckvollste, kraftvollste Lage, das kommt durch den hohen Eisenanteil im weissen Lehm. Aber durchaus eine ähnliche Finesse und Verspieltheit wie bei Colonnello klingt hier dennoch auch an. Die Mineralität ist hier noch ausgeprägter. Der Wein ist fordernder als der total verspielte Colonnello. Und wenn ich diese Nase und diesen Mund jetzt in Einklang bringe und zum Beispiel mit dem anderen Niedrigertrags-Extremisten Roberto Voerzio vergleiche, dann sind die Weine von Conterno trotz der unglaublichen Finesse von der Power eher bei Cerequio als bei La Serra. Aber sie sind noch profunder und dichter. Dieser Cicala hat deutlich mehr intensivere, rundere, süssere Frucht als der Colonnello. Er ist nicht ganz so fein, bringt viel Hagebutte zur Kirsche, auch ein wenig Süsse, Pflaumenkompott. Viel Druck von unten, mehr Schieferanmutung, insgesamt etwas wuchtiger. Auch im Mund knallt Cicala einfach rein. Der Wein haut einem mehr in die Fresse als der Colonnello, der mehr streichelt. Wow, was geht es hier zur Sache, der Wein schiebt, zeigt so immens viel Mineralität, auch ein bisschen Eisen ist dabei, ein bisschen Biss wie aus Serralunga. Das ist mit Sicherheit die ausgeprägteste und intensivste Mineralität, die ich in einem Cicala in den letzten 10 Jahren probiert habe, das ist schon atemberaubend. Es ist mir fast schon etwas zu intensiv und aggressiv in der Mineralausprägung, obwohl das ja genau ist, was die Winzer erreichen wollen. Dennoch ist es einfach hochintensiv in dieser Art. Dazu Salz und fast eine gewisse Schärfe aus dem Tannin. In so einem frühen Stadium spürt man bereits, dass dieser Wein nicht 5 oder 10, sondern 20 oder mehr Jahre brauchen wird. Da ist so viel Druck und Power drin hinter der wahnsinnigen Finesse und der floralen Komponente, die hier genau wie im Colonnello das Nasenbild dominiert. So verspielt, so leicht, so blumig, und doch so ein immenser Druck dahinter. Mir persönlich ist der Colonnello lieber, weil er die etwas grössere Harmonie ausstrahlt. Aber vielleicht bin ich in 20 Jahren auch eher beim Cicala. Dass das ein ganz grosser Wein ist steht jedenfalls völlig ausser Frage. 2016 bei Aldo Conterno sind Weine wie bei Vietti und Voerzio, die es allemal wert sind für viel Geld eingekellert zu werden und dann für 20 Jahre vergessen zu werden. Denn das gehört zu den grössten Barolo die es je gab.

Vinifikation

Der Wein bleibt mit der Gärung ca. 5 Wochen auf der Maische um alle Aromen und Tannine aus den Schalen und reifen braunen Kernen zu waschen, nach der Malo wird er dann ca. 30 Monate im grossen Holz ausgebaut.

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Infos zum Produzenten

Ab dem Jahrgang 1969 ging Aldo Conterno seinen eigenen Weg mit den Lagen bei Bussia. Vorher verfeinerte er sein Weinwissen von 1954-59 im Napa Valley, indem er dort einem Familienmitglied half, eine Weinkellerei aufzubauen. Dort realisierte er das einzigartige Projekt, die Weinberge auf den Hügeln anzulegen. Die Trennung der Brüder hatte etwas mit ihrer Philosophie zu tun. Aldo wollte feinere, delikatere und weichere Weine machen, ohne als Modernist zugelten.2012 starb Aldo, doch schon in den 90er-Jahren hatte er seine Söhne Franco, Giacomo und Roberto in die Weinbereitung einbezogen. Sie durften sogar für die Produktion von Chardonnay französische Barriques einsetzen. Die Lagen in Bussia Soprana zählen zu den besten der Region. Auf kompaktem, dunkel grauem Sand, weissem und rotem Lehm und weissem und blauem Mergel wird biologisch gearbeitet (nicht zertifiziert). Die Gesamtproduktion von 80000 Flaschen auf 28 ha lässt auf eine deutliche Reduktion von 25hl/ha schliessen, so arbeiten Bioweingüter. Es gibt keine Zukäufe und man orientiert sich ausschliesslich an der höchsten Qualität.  Dazu tragen fünf grüne Lesegänge im Juni, Juli und August sowie noch zwei bis drei weitere ca. zwei Wochen vor der Ernte bei. Das führt zur frühen Vollreife mit sehr feiner Säureintegration. Nach kompletter Entrappung kommt es zu einem fünfwöchigen Schalen kontakt, danach liegen die Weine 2-3 Jahre in 2,5 hl grossen, gebrauchten Holzfässern. Aldo sagte einmal von seinen Weinen: «Ein schrecklicher Wein in seiner Jugend, aber im Alter eine wunderbare Komposition von Düften und Aromen.»  

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