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Jean-Faure, St-Emilion AOC,

Welch irre innere Kraft!

Jean-Faure, St-Emilion AOC
Rotwein | Frankreich | Bordeaux | St-Emilion
Jean-Faure, St-Emilion AOC
2016
CHF 20.50
37.5cl (OWC-12)
  • Frankreich
  • Cabernet Franc, Merlot, Malbec
  • 2025 bis 2060
  • 16 - 18°C
  • 18 Monate in 40% neuen Barriques ausgebaut
  • 37.5cl (OWC-12)
  • FRA.246379.2016.H2
  • Lieferbar im Frühjahr 2019

Bewertung

  • Gerstl
    20
    |
    20

Infos zum Wein

Degustationsnotiz

Dieser Duft geht unter die Haut, ich muss nur kurz die Nase an dieses Glas halten, und schon habe ich meine Gänsehaut, diese sensationelle, hochkonzentrierte und überaus komplexe schwarze Frucht, dieser Duft hinterlässt den Eindruck, als käme er aus der Tiefe eines Ziehbrunnens. Die Terroiraromatik könnte raffinierter nicht sein, Tabak, Leder, Trüffel, Kräuter, Gewürze, blumige Variationen. Olivier Decelle: Es ist ganz wichtig, die Cabernet Franc zu ernten solange sie noch im floralen Bereich sind, das ist eine Gratwanderung, es geht dann sehr schnell einmal in Richtung Konfitüre. Wir hätten problemlos mit der Ernte noch warten können, es gab keinerlei Botrytis, aber wir wollten unbedingt vermeiden, dass es sich ins Konfitürige wandelt.
Am Gaumen zeigt er einen geradezu explosiven Auftritt, die Konzentration ist enorm, welch irre innere Kraft, das ist ein Mund voll Wein, reich, komplex, überaus schmackhaft, mit einer sagenhaften Struktur, da sind Tannine ohne Ende, aber sensationell feine. Beim Probieren dieses Weines merkt man schon, dass Olivier Decelle die Burgunder liebt, sein Stil in Bordeaux ist auch sehr burgundisch. Die geniale Frische drückt dem Wein von A bis Z den Stempel auf, das ist eine ganz eigenwillige Weinpersönlichkeit, aber eine ganz grosse.

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Infos zum Produzenten

Meine Vermutung, dass dieser Wein bald einmal zu den überragenden der Region und somit von ganz Bordeaux gehören wird, hat sich bereits mit dem Jahrgang 2010 definitiv bestätigt. Er ist klar nochmals besser als der sensationelle 2009er. Blenden wir nochmals zurück: Jean Faure war lange Jahre das Weingut, das regelmässig den Titel schlechtester St. Emilion des Jahres für sich beanspruchte. Ich hatte auch noch das «Vergnügen», dass mich der ehemalige Besitzer einige Male in Bad Ragaz besuchte, um mir zu erklären, dass sein Weingut der Nachbar von Cheval-Blanc sei und die Weine eigentlich genauso gut, aber viel billiger. Mein Versuch, ihm schonend beizubringen, dass mir sein Wein nicht schmeckt, schlug regelmässig fehl und er kam immer wieder mit Musterflaschen vorbei. Wir haben uns bei der grossen Verkostung des neuen Jahrgangs in St. Emilion auch regelmässig über den miserablen Wein amüsiert, bis plötzlich der 2005er gar nicht mehr so schlecht war. Wir dachten damals allerdings, dass es in diesem überragenden Jahr selbst Jean-Faure nicht geschafft hatte, einen schlechten Wein zu produzieren. Hellhörig wurden wir erst, als der 2006er richtig gut war. Da fanden wir dann auch schnell heraus, dass es einen Besitzerwechsel gegeben hat. Dass der neue Besitzer Olivier Decelle heisst, ist ein Segen für alle Weinfreunde. Er hat das Weingut mit etwas List, einigem Glück und natürlich auch mit dem nötigen Kleingeld gekauft. Sehr beliebt gemacht hat er sich damit in der Region natürlich nicht, denn die reichen Château-Besitzer in der Umgebung waren schon lange in der Startlöchern, um dieses Weingut zu ergattern. Als die kamen, hatte Olivier den Vertrag aber schon unterschrieben, was für ein Glücksfall! Man kann sich leicht vorstellen, wenn andere dieses Weingut gekauft hätten, würden die Weine heute schon den x-fachen Preis kosten. Olivier Decelle ist Winzer aus Leidenschaft, selbstverständlich will und muss auch er mit seinen Weinen Geld verdienen, aber es ist nicht seine Idee, daraus ein Spekulationsobjekt zu machen. Und dass er in Sachen Qualität das maximal Mögliche herausholt, hat er schon eindrücklich bewiesen. Seit 2005 hat sich die Qualität von Jahr zu Jahr deutlich gesteigert und dies völlig unabhängig von der Jahrgangskonstellation. Es geht hier vor allem darum die Finesse zu betonen, deshalb wird der Wein in lediglich 40% neuen Barriques ausgebaut, ein beachtlicher Teil aber in 500 – 1500lt Holzfässern nach burgundischem Vorbild. Stilistisch wie auch qualitativ geht der Wein in eine ähnliche Richtung wie die grossen Nachbarn Cheval-Blanc, Vieux Certan und La Conseillante, auch das Terroir ist praktisch identisch mit jenen der berühmten Nachbarn. Der wesentlichste Unterschied zu diesen liegt im Preis.

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