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Jean-Faure, St-Emilion AOC,

Gehört ganz klar zu den allerbesten Weinen von St-Emilion.

Jean-Faure, St-Emilion AOC
Rotwein | Frankreich | Bordeaux | St-Emilion
Jean-Faure, St-Emilion AOC
2014
CHF 192.00
300cl (OWC-1)
  • Frankreich
  • Cabernet Franc, Merlot, Malbec
  • 2024 bis 2045
  • 16 - 18°C
  • 18 Monate in 40% neuen Barriques ausgebaut
  • 300cl (OWC-1)
  • FRA.244138.2014.D1
  • ab Lager

Bewertung

  • Gerstl
    19
    |
    20

Infos zum Wein

Degustationsnotiz

Olivier Decelle ist am 7. August aus dem Urlaub zurückgekommen. Das Wetter war schlecht, er befürchtete einen Jahrgang wie 2013. Dementsprechend hat er die Reben gepflegt, den Behang massiv reduziert, um auch noch im schlimmsten Fall reife Trauben zu bekommen. Am 21. August, als die Schönwetterperiode begann war der Rebberg in einwandfreiem Zustand. So konnte er die perfekte Reife abwarten und hatte keinerlei Fäulnis, was ganz wichtig war, weil ein Bio Weingut nicht gegen Fäulnis spritzen darf.

Da strahlt eine edle Weinpersönlichkeit aus dem Glas, der Duft kommt wunderbar aus der Tiefe, schwarze und rote Beeren strahlen um die Wette, begleitet von genialer Würze, ganz feine pfeffrige Noten, Leder, Tabak, ein Hauch schwarze Trüffel. Das ist grosse Klasse, perfekte Harmonie zwischen frischer Frucht und edler Extraktsüsse, hohe Konzentration, da ist jede Menge Saft und Schmelz, der Wein ist traumhaft gut, wunderbar schlank und tänzerisch, aber auch konzentriert, komplex, geht wunderbar in die Länge, gehört ganz klar zu den allerbeste Weinen von St. Emilion. Und – nachdem wir den grandiosen Nachbarn Cheval-Blanc probiert haben, muss ich sagen, die Ähnlichkeit ist frappant, das erstaunt aber nicht, praktisch gleiches Terroir, gleiche Traubenzusammensetzung mit 50% Cabernet-Franc und wohl auch die gleiche akribische Arbeit.

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Infos zum Produzenten

Meine Vermutung, dass dieser Wein bald einmal zu den überragenden der Region und somit von ganz Bordeaux gehören wird, hat sich bereits mit dem Jahrgang 2010 definitiv bestätigt. Er ist klar nochmals besser als der sensationelle 2009er. Blenden wir nochmals zurück: Jean Faure war lange Jahre das Weingut, das regelmässig den Titel schlechtester St. Emilion des Jahres für sich beanspruchte. Ich hatte auch noch das «Vergnügen», dass mich der ehemalige Besitzer einige Male in Bad Ragaz besuchte, um mir zu erklären, dass sein Weingut der Nachbar von Cheval-Blanc sei und die Weine eigentlich genauso gut, aber viel billiger. Mein Versuch, ihm schonend beizubringen, dass mir sein Wein nicht schmeckt, schlug regelmässig fehl und er kam immer wieder mit Musterflaschen vorbei. Wir haben uns bei der grossen Verkostung des neuen Jahrgangs in St. Emilion auch regelmässig über den miserablen Wein amüsiert, bis plötzlich der 2005er gar nicht mehr so schlecht war. Wir dachten damals allerdings, dass es in diesem überragenden Jahr selbst Jean-Faure nicht geschafft hatte, einen schlechten Wein zu produzieren. Hellhörig wurden wir erst, als der 2006er richtig gut war. Da fanden wir dann auch schnell heraus, dass es einen Besitzerwechsel gegeben hat. Dass der neue Besitzer Olivier Decelle heisst, ist ein Segen für alle Weinfreunde. Er hat das Weingut mit etwas List, einigem Glück und natürlich auch mit dem nötigen Kleingeld gekauft. Sehr beliebt gemacht hat er sich damit in der Region natürlich nicht, denn die reichen Château-Besitzer in der Umgebung waren schon lange in der Startlöchern, um dieses Weingut zu ergattern. Als die kamen, hatte Olivier den Vertrag aber schon unterschrieben, was für ein Glücksfall! Man kann sich leicht vorstellen, wenn andere dieses Weingut gekauft hätten, würden die Weine heute schon den x-fachen Preis kosten. Olivier Decelle ist Winzer aus Leidenschaft, selbstverständlich will und muss auch er mit seinen Weinen Geld verdienen, aber es ist nicht seine Idee, daraus ein Spekulationsobjekt zu machen. Und dass er in Sachen Qualität das maximal Mögliche herausholt, hat er schon eindrücklich bewiesen. Seit 2005 hat sich die Qualität von Jahr zu Jahr deutlich gesteigert und dies völlig unabhängig von der Jahrgangskonstellation. Es geht hier vor allem darum die Finesse zu betonen, deshalb wird der Wein in lediglich 40% neuen Barriques ausgebaut, ein beachtlicher Teil aber in 500 – 1500lt Holzfässern nach burgundischem Vorbild. Stilistisch wie auch qualitativ geht der Wein in eine ähnliche Richtung wie die grossen Nachbarn Cheval-Blanc, Vieux Certan und La Conseillante, auch das Terroir ist praktisch identisch mit jenen der berühmten Nachbarn. Der wesentlichste Unterschied zu diesen liegt im Preis.

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