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13. Juni 2019

Bordeaux 2018: So gross wie 1982 – ein goldener Jahrgang

Die Bordeaux-Weine mit Jahrgang 2018.
Von Max Gerstl

Vorab muss ich nach 2 Wochen und über 600 degustierten Weinen direkt vor Ort in Bordeaux begeistert festhalten: Ich liebe die genialen 1982er über alles, aber 2018 ist der spürbar grössere Jahrgang.

1982 ist im Bordelais längst eine Legende. Die grossen Weine sind auch heute noch exzellent, ihre Qualität ist herausragend, das ist Weingenuss der uneingeschränkten Superlative. Die besten Bordeaux-Weine des Jahrgangs 1982 erzielen auf nationalen und internationalen Auktionen sogar immer wieder Höchstpreise.

Der Jahrgang 2018 mit seinem phänomenalen Sommer schliesst an die Legende 1982 an. Ich bin dieser Überzeugung, weil 1982 der erste Jahrgang war, den ich persönlich ab Fass in Bordeaux verkosten konnte. Das war fantastisch und ein unglaubliches Glück! Seither hat mich Bordeaux nie mehr losgelassen. Mit den Flaschen in meinem Privatkeller habe ich die Entwicklung genau verfolgt, 1982 ist wohl der Jahrgang, den ich von allen Bordeaux-Jahrgängen am besten kenne.

2018 hat grosse Ähnlichkeiten mit 1982 – auch wenn letztlich die Grundstilistik etwas anders ist. 2018 hat eine wesentlich breitere Spitze als 1982, und selbst in der absoluten Spitze sind die 2018er die klar präziseren, perfekteren Weine. Was beide Jahrgänge verbindet, ist der unerhört verführerische Charme! 2018 ist etwas weniger breit und hat eine dezent elegantere Ausstrahlung. Eben: 2018 ist spürbar grösser als 1982.

2018 ist – wie 1982 – über alle Regionen von Bordeaux ausgeglichen gross. Wir kamen soeben zurück aus Bordeaux, wo wir innerhalb von 2 Wochen über 600 Weine verkostet haben – oft sogar mehrmals. Vom ersten bis zum letzten Tag waren wir auf unserer Reise begeistert. Im Vorfeld musste man befürchten, wegen der Hitze eher breite, säurearme Weine anzutreffen. Dass genau das überhaupt nicht zutrifft, ist für mich eine extrem positive Überraschung.

Achtung: Wie oft in den ganz grossen Jahrgängen werden von den 2018ern einige Weine mit Kleinstmengen bereits übers Internet ausverkauft sein und es nicht in unser Booklet schaffen – wie zum Beispiel Clos Louie oder Clos Saint Julien.

Der Wetterverlauf 2018.

2018 war das heisseste Jahr in Bordeaux seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Frühling war extrem feucht, trotzdem eher warm, was die Bildung von Mehltau begünstigte. Der Mehltau war denn auch Problem Nummer 1 des Jahrgangs. Einige insbesondere biologisch arbeitende Betriebe hatten starke Verluste zu beklagen. Einzelne Weingüter, wie etwas Château Lafon la Tuilerie haben gar nichts geerntet, andere – wie Château Palmer – ganz extrem wenig. Im Juni rechnete niemand in Bordeaux mit einem grossen Jahrgang. Dann kam aber die Schönwetterperiode, die alles rettete. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober fiel kaum noch Regen – und wenn, dann genau dort und dann, wo er dringend benötigt wurde. In dieser Hinsicht hat fast jedes Weingut seine eigene Geschichte, meistens mit grosser Dankbarkeit an den Wettergott.

1982 war zwar für die Winzer zweifellos der wesentlich einfacher zu handhabende Jahrgang. Damals war das Wetter über die gesamte Vegetationsperiode genauso wie der Winzer es sich wünscht. Hier liegt wohl der grosse Unterschied. 2018 stellte, zumindest bis Mitte Jahr, allerhöchste Herausforderungen an die Winzer. So sind denn die Weine auf komplett unterschiedliche Art entstanden. Hier die 1982er, wo der Winzer übertrieben gesagt nichts zu tun hatte und am Ende reichlich perfekt reife und kerngesunde Trauben ernten konnte. Und da die 2018er, wo die Rebarbeit im Frühjahr den Winzern alles abverlangte und wo am Schluss Erntezeitpunkt und Traubenselektion match-entscheidend waren.

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