Den jungen, dynamischen Stéphane Montez muss man einmal erlebt haben. In den Steillagen der Côte Rôtie ist er in seinem Element. Der Besucher muss die unterschiedlichen Böden alle aus der Nähe gesehen haben. Dass wir schweissgebadet und nach Luft schnappend seinem Tempo zu folgen versuchen, bemerkt er gar nicht. Er erzählt mit Leidenschaft, warum jener Rebberg am besten für Syrah ist, jener hingegen, der nur Morgensonne bekommt, ideal für einen eleganten Condrieu, weil da die Trauben nicht durch allzu viel Sonne verbraten werden, aber dank der Hitze, die hier in wie in einem Kessel liegen bleibt, trotzdem perfekt reifen können. Für uns war die Rebbergtour mit Stéphane ein unvergessliches Erlebnis. Er selbst bezeichnet sich jedoch eher als Weinmacher denn als Weinbauer. Das wird beim Besuch auch gleich klar, führt er mich doch nach einem kurzen Rundgang durch eine Neuanlage schnurstracks in den Keller, wo wir mehr als eine Stunde verbringen. Da ist er im Element, zieht mit seiner Pipette Wein um Wein aus den Doppelbarriques und hält mir immer wieder ein anders duftendes Glas hin. Faszinierende Welt, vor allem seine verschiedenen Condrieus zeigen deutlich, wie unterschiedlich sich das Terroir auswirken kann. Er ist ein Verfechter der Doppelbarriques, die normalen Barriques haben praktisch ausgedient. Es ist nicht Stéphanes Ziel, die Weine mit Holz zu überladen, zuviel Ausdruck bringen die Weine durch ihre Herkunft mit, und dies möchte er entsprechend unterstreichen. Als Besucher kann man sich seinem Enthusiasmus nicht entziehen und wird automatisch in seinen Bann gezogen.